Einwanderung nach Deutschland

Laut dem deutschen Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge hatten im Jahr 2012 von den etwa 81,9 Millionen Einwohnern Deutschlands etwa 16,3 Millionen Menschen einen Migrationshintergrund. Der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund wa 20,0% der Gesamtbevölkerung.1 Deutschland ist heute deutlich ein sehr multikulturelles Land. Doch was ist die Geschichte der Einwanderung nach Deutschland?

In den Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 erlebte Deutschland bzw. Westdeutschland das Wirtschaftswunder, ein Zeitraum des unerwartet schnellen und nachhaltigen Wirtschaftswachstums. Um den damaligen Arbeitskräftemangel zu beheben, erstellte die Regierung Deutschlands eine Reihe von Verträgen mit Ländern wie zum Beispiel Italien, Spanien, Griechenland und die Türkei. Diese Verträge wurden zwischen 1955 und 1968 unterzeichnet. Die Verträge erlaubten Millionen von Gastarbeitern aus diesen Ländern in Deutschland zu arbeiten. Der letzte Vertrag wurde im Jahr 1968 mit der damaligen Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien (SFRJ) erstellt. Die meisten Kroaten lebten damals natürlich in den jugoslawischen Teilrepubliken von Kroatien und Bosnien und Herzegowina. Das Gastarbeiterprogramm wurde im Jahr 1973 eingestellt. Trotzdem blieben viele Gastarbeiter. Die Regierung Deutschlands fing mit einem neuen Integrationsprogramm an, um die Gastarbeiterfamilien wieder zu vereinigen, was bis dahin nicht möglich war. Die Kinder der Gastarbeiter erwarben Aufenthaltsberechtigung in Deutschland, aber nicht deutsche Staatsbürgerschaft.2

Die graduelle Eröffnung der Ländern des Warschauer Paktes ab dem Jahr 1980 brachte ethnisch deutsche Einwanderer aus der Deutschen Demokratischen Republik (Ostdeutschland) und aus dem Rest des Ostblocks. Deutsche, die sich seit dem Mittelalter außerhalb von Deutschland angesiedelt hatten, kehrten zurück. Nach dem Grundgesetz Deutschlands bekamen diese deutschen Einwanderer viele staatliche Leistungen und auch die deutsche Staatsbürgerschaft, im Gegensatz zu den Gastarbeitern, auch wenn viele der deutschen Einwanderer die deutsche Sprache nicht konnten. Zur gleichen Zeit wanderten viele Kriegsflüchtlinge nach Deutschland ein, wegen eines laxen Asylgesetzes. Diese Asylbewerber kamen meistens aus dem Nahen Osten.3

Asylbewerber

Asylbewerber in Deutschland, 1993. Autor: Andreas Bohnenstengel.

Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 erlebte das neue Deutschland eine große Einwanderungswelle. In den frühen 1990er Jahren vor dem Erlass der Einwanderungsbeschränkungen kamen hunderttausende von ethnisch deutschen Einwanderer aus dem Ostblock. Hunderttausende von Asylbewerber aus Jugoslawien, Rumänien, aus der Türkei und anderen Ländern wanderten auch ein. Einwanderungsbeschränkungen wurden bald verordnet. Ein neues Ausländergesetz machte es endlich möglich, dass auch Einwanderer die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten konnten, was vorher nicht möglich war. Seit dieser Zeit ist die Rate der Einwanderung nach Deutschland viel geringer in Vergleich zu den 1990er Jahren. Einwanderer nach Deutschland haben heute noch diverse Migrationshintergründe: deutsche aus dem Ex-Ostblock, Asylbewerber, Studenten, Menschen aus den anderen Ländern in der Europäischen Union und Facharbeiter und ihre Familienmitglieder.4