Migranten in Deutschland

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Die Konzentration von Migrantengruppen in bestimmten städtischen Vierteln und die Bildung von „ethnischen“ Nachbarschaften sind wiederkehrende Themen im deutschen öffentlichen Diskurs. Der Fokus der Debatte beschäftigt sich mit der strukturellen Segregationen von Migranten, z. B. im Bildungssystem oder in den innenstädtischen Wohngebieten. Beide großen politischen Parteien (CDU und SPD) in Deutschland denken, dass Migrantengruppen vom Rest der Gesellschaft getrennt leben wollen.1 Im öffentlichen Diskurs, spricht man deshalb oft von „Parallelgesellschaften“ in Deutschland, ein Begriff, bei dem es um die Migration und Integration geht.2 Dieser Begriff beschreibt das Absondern oder die Segregation der Migranten in besondere Stadtviertel und somit das Versagen der Idee einer multikulturellen Gesellschaft. In einem Interview im November 2004 bemerkte der Historiker Klaus J. Bade. dass es Parallelgesellschaften im klassischen Sinne in Deutschland nicht gibt. Er meinte weiter, dass Migrantenviertel oft ethnisch gemischt sind und Migranten aus sozial bedingten Gründen dort wohnen.3

Bis in die 90er Jahre stiegen die Einwanderungszahlen in Deutschland an. Nach den Daten aus dem Mikrozensus im Jahr 2005, haben 15,4 Millionen der 82,5 Millionen Einwohner Deutschlands einen Migrationshintergrund.4 Im Jahr 2005 führte die Bundesregierung zum ersten Mal das neue Mikrozensusgesetz ein. Dieses Gesetz erlaubt es erstmals, Daten über eingebürgerte deutsche Einwohner zu sammeln. 5 Seit dem Jahr 2000 gehen die Migrantenzahlen in Deutschland leicht zurück. Vielleicht ist dieser Rückgang das Resultat der Reform des Staatsbürgerschaftsrechts. 67 Man kann zwar die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben als Migrant, aber man ist in den Köpfen der Menschen immer noch nicht Deutscher.


  1. Karen Schönwälder, and Janina Söhn, “Immigrant Settlement Structures in Germany: General Patterns and Urban Levels of Concentration of Major Groups.” Urban Studies 46, no. 7 (2009), 1439-60.

  2. Gerhard Schröder, „Rede von Bundeskanzler Schröder zur Preisverleihung für Verständigung und Toleranz an Johannes Rau,” 20 November 2004, in Deutsche politische Reden: Korpus und Visualisierung, Text Nr. 734.

  3. „Zuwanderung wird als Bedrohung empfunden.” Der Spiegel, November 24, 2004.

  4. Schauen Sie bitte das Bild “Migranten in Deutschland an.

  5.  Karen, Schönwälder, and Janina Söhn. “Immigrant Settlement Structures in Germany: General Patterns and Urban Levels of Concentration of Major Groups.” Urban Studies 46, no. 7 (2009): S. 1439-60.

  6. Andrea Janßen und Julia H. Schroedter, „Kleinräumliche Segregation der ausländischen Bevölkerung in Deutschland: Eine Analyse auf der Basis des Mikrozensus,“ Zeitschrift für Soziologie, Jg. 36, Heft 6, Dezember 2007, S. 455

  7. Simone Kimpeler, Die Reform Des Staatsbürgerschaftsrechts,” Chap. 2 In Ethnizismus Als Kommunikative Konstruktion. Duv Sozialwissenschaft, 5-9: Deutscher Universitätsverlag, 2000.