EINLEITUNG

Die Konzentration von Migrantengruppen in bestimmten städtischen Vierteln und die Bildung von „ethnischen“ Nachbarschaften sind wiederkehrende Themen im deutschen öffentlichen Diskurs. In den letzten paar Jahren ist das Thema der innerstädtischen Segregation oft behandelt worden, z. B. im Artikel von Lehmann und Nagl, in dem sie die Wohnorte der Migranten in Bezug auf ihr Herkunftsland untersuchen.1 Über Hamburg aber gibt es wenig Studien, die sich mit den Ursachen und den Folgen ethnischer Segregation in dieser Stadt beschäftigen. Es ist bekannt, dass bestimmte Infrastrukturen (z.B. Aufnahme und Unterstützung in der ethnischen Gemeinde oder in religiösen Zentren) durch die bereits im Land oder in der Stadt lebenden Migranten den neuen Migranten am Anfang helfen. Trotzdem werden ethnische Wohnkonzentrationen immer noch als unerwünscht gesehen.2 Im vorliegenden Forschungsprojekt möchte ich das Problem der residentiellen Segregation von Migranten untersuchen: es geht um die Frage, ob und in welchem Ausmaß räumliche bzw. residentielle Segregation von Juden und Deutschen in sehr kleinräumigen Bezirken in Hamburg zu beobachten ist.


  1. Robert Lehmann und Wolfgang Nagl, „Wo leben welche Migranten aus Deutschlands Nachbarländern? Eine Analyse auf Kreisebene,“ Ifo Schnelldienst, 65, no. 49/50 (Dec 14, 2012), 27-31.

  2. Ares Kalandides, “The problem with spatial identity: revisiting the ‘sense of place’,” Journal of Place Management and Development 4, no. 1 (2011): 28-39.