Wie ist die alternative Musikszene von Gentrifizierung betroffen?

Die Mietzinse werden immer höher und Künstler müssen mehr verdienen, um ihre Mietzinse zu bezahlen. Bars und Clubs müssen ihren Umsatz erhöhen, um die Mietzinse ihrer Lokale zu bezahlen. Plattenläden müssen mehr Platten verkaufen, was in einer digitalen Musikwelt besonders schwierig ist.

Otaku Records war früher in den Schanzenviertel. Leider muss das Plattenladen wegen höhe Mietpreise umziehen.

Otaku Records war früher in dem Schanzenviertel. Leider musste das Plattenladen wegen hoher Mietpreise umziehen.

Ein großes Beispiel der Gentrifizierung ist der Esso-Gebäude Komplex. Er wurde im Jahr 2009 an die Firma Bayerische Hausbau verkauft. Mitten in einer Nacht im Dezember 2013 mußte das ganzes Gebäude wegen Einsturzgefahr evakuiert werden. Als Folge davon mussten ein paar Clubs und Kneipen wie Meanie Bar und Molotow schließen 1. Jedoch sind die Folgen immer größer als man zuerst glaubt. Wenn es weniger Clubs und Kneipen gibt, müssen die Musiker nach anderen Einkommensquellen suchen. Auch DJs kaufen unter Umständen weniger Platten, weil sie weniger Veranstaltungsorte haben, wo sie die Platten abspielen können. In diesem Fall wurden viele Bewohner, darunter auch viele Musiker, aus der Stadt verdrängt und somit waren viele Leute von der Musikszene betroffen.

Jedoch gibt es auch eine andere Seite zur Gentrifizierung der Stadt. In den neunziger Jahren gab es einen ganz bekannten Club Mojo. Er wurde leider Anfang der Nulljahre zugemacht. Heutzutage kann man den Club Mojo wieder an der Reeperbahn 1 finden. Der Club liegt im Gebäude unter den Tanzenden Türmen, ein großes Bauprojekt 2. Obwohl es auch hier höhere Mietzinse gibt, fand der Club Mojo endlich eine neue Heimat. Aufgrund von liberalen Investoren, die den Club unterstützen, konnte der Club sich trotz höheren Lokalmieten wieder in Hamburg etablieren. In diesem Fall ist die Gentrifizierung der Stadt positiv: Viele Investoren und einflußreiche Geschäftsleute fühlen sich von Hamburg angezogen, und deswegen gibt es mehr Geld im Umlauf, damit neue Projekte wie Clubs und Kneipen finanziert werden können.