Der Musiker

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Ein Blick in das Studio von Jakob Seidenstickers (Wareika)

Ich sprach mit Jakob Seidensticker von der legendären Jamband Wareika in Hamburg. Jakob ist seit 16 Jahren in der Hamburger Szene aktiv. Er ist vor allem Produzent, aber er ist auch Party-Veranstalter und Party-Gänger. Heute arbeitet Jakob an vielen Projekten wie Wareika, Silky Raven, Seidensticker & Salour, aber auch an seinem Solo-Projekt, das sein Namen trägt. Wenn Jakob nicht zu Hause im Studio am produzieren ist, besucht er Clubs überall auf der Welt, um seine Live-Show zu spielen, aber auch um Platten aufzulegen. Auch ihn fragte ich was er von der Gentrifizierung Hamburgs dachte. Er meinte, dass manche kulturellen Aspekte aufgrund der Gentrifizierung verschwinden. Auch die Mietzinse erhöhen sich. Als Folge davon haben Bewohner der Stadt weniger Geld für Entertainment und Vergnügen.

Wir besprachen auch die direkten Folgen der Gentrifizierung für einen Musiker. Seit den neunziger Jahren hat sich in der Hamburger Musikszene viel verändert. Jakob meinte, dass es “eher mehr Konzerte und Fazilitäten wie Übel & Gefährlich gibt. Pudel gibts auch schon länger. Allgemein hat sich die Szene ganz schön verändert.” Obwohl die Anzahl Leute seit den neunziger Jahren nicht gleich geblieben ist, gibt es bestimmt mehr Möglichkeiten, um alternative Musik in der Stadt zu hören. Natürlich sind solche Bedingungen für einen Künstler ganz günstig.

Weil Hamburg sehr teuer geworden ist, wollte ich wissen, ob er in eine andere Stadt umziehen wollte. Früher wollte er wegen der Szene nach Berlin umziehen. Jakob meinte, dass Geld ist nicht die einzige Frage in der Überlegung. Stattdessen ist er in Hamburg geblieben, wegen der Liebe und der Musik. Von der Gentrifizierung ist Jakob eigentlich auch direkt betroffen. Heutzutage ist es schwierig für beides zu bezahlen: die Miete für eine Wohnung und die Miete für ein Studio. Erst kürzlich ist Henrik (von Wareika) nach Frankfurt gezogen und Florian (von Wareika) ist nach Berlin umgezogen.

Zuletzt kam die wichtigste Frage: hat die Gentrifizierung der Stadt immer negative Auswirkungen? Jakob glaubt ja.

“Eher negative, wenn Clubs schließen müssen, wenn die Bewohner der Stadt weniger Geld haben. Deswegen wollten oder könnten sie nicht mehr in die 
Clubs gehen (vielleicht ist zum Beispiel der Eintritt zu hoch). Als Folge davon sinkt die Qualität immer mehr. Geld ist schon wichtig für die 
Qualität.”