Der Besitzer eines Plattenladens

Otaku Records war früher in dem Schanzenviertel. Leider musste der Plattenladen wegen hohen Mietzinsen umziehen.

Ich sprach mit Hardy, der seit 25 Jahren in der Musikszene aktiv ist. Hardy war früher DJ und er hatte auch seine eigene Radiosendung. Heute er ist der Besitzer des Otaku Records Plattenladen. Ich traf mich mit Hardy, um herauszufinden,ob sich Schallplatten, also Vinyl, immer noch gut verkaufen. In den USA gibt es zurzeit ein Vinyl-Comeback. Die Schallplatten-Verkäufe sind um 50% gestiegen. 1

Früher war Hardys Laden im Karoviertel. Ich fragte ihn, warum er umgezogen war. Hardy erklärte mir, dass der Anteil der Szene im Karoviertel immer geringer wurde, weil es eine größere Nachfrage gab, da zu wohnen. Früher teilte er die Miete im Karoviertel. Der andere Bewohner aber zog nach Phillipsburg, weil es günstiger war. Deswegen musste Otaku Records nach St. Pauli umziehen.

In der nächsten Frage ging es um die Erhaltung der Szene. Hardys Antwort war ein bisschen schockierend.

“So wie wenn Kultur substituiert werden muss, dann hat es einfach keinen Sinn. Sie (die Szene) ist schon tot, wenn die noch mehr Hilfe brauchen. Wie ein Koma Patient.”

Hardy meinte, dass die Gentrifizierung der Stadt ja immer negativ sei. Es hänge aber auch einfach von dem Quartier ab. Wenn Künstler oder eine bestimmte Lebensweise immer populäre werden, dann beeinflussen sie die elektronische Musik und diese Parties.Dadurch kann das Quartier für viele attraktiver werden. Viel mehr Leuten kommen dahin und es wird eher zu teuer.

Anzahl der verkauften Platten (in Millionen Dollars) in den letzten 40 Jahren.

Aktuelle Statistiken sagen, dass die Verkaufszahlen der Platten jedes Jahr in den letzten 5 Jahren um ungefähr fünfzig Prozent gestiegen sind . Hardy meinte, dass es immer mehr Konzerte und Parties gibt. Trotzdem verkauft Otaku weniger Platten. Just von Smallville sagt eigentlich das gleiche. Der denkt, dass die neue Nachfrage nach Vinyl nur ein Gerücht ist. Eigentlich würden nicht mehr Platten verkauft. Just meinte:

 “Die Generation die bis halt vor drei, vier Jahren noch Platten gekauft hat, die sind jetzt so Ende dreißig, vierzig, sie haben Familie und Verantwortung und die merken schon ‘Ok, ist doch nichts los mit meiner großen Profi-DJ Karriere.’”

Es stimmt vielleicht schon, dass heutzutage mehr Platten als in den letzten paar Jahren verkauft werden. Jedoch sind diese Zahlen gar nicht so groß, wie alle denken. 2

Zuletzt redeten wir über die Zukunft der Szene. Hardy findet im Ernst, dass die Stadt attraktiver wird. Das heißt, dass die Stadt ganz viel mehr Möglichkeiten anbietet. Er möchte auch, dass Hamburg billige Mieten anbietet, oder bessere Wohngelegenheiten fördert. Hardy betont auch die öffentliche Politik, die kleine Geschäfte unterstützten sollte. Zum Beispiel werden neue Plattenläden in Paris von der Regierung subventioniert. Am Schluss meinte Hardy: “Musik hier wird zu wenig gefördert. Nie wird elektronische Musik gefördert.”