Schlussfolgerung

Die Resultate meiner Interviews zeigen deutlich, dass die politische Ideologie und nicht die Zugehörigkeit zu einer Partei eine der wichtigsten Variablen ist, die den Standpunkt zur Frauenquote beeinflusst. Jedoch gibt es eine Beziehung zwischen Partei und persönlichem Standpunkt, weil die Parteiwahl nicht unabhängig von der politischen Ideologie eines Menschen ist.  Zum Beispiel haben beide FDP-Mitglieder eine liberale politische Ideologie, ähnlich zur liberalen Position der FDP. Die Grünen, im Gegensatz dazu, sind eine Partei, die Gleichberechtigung sehr stark betont. Aus den Resultaten ist es noch nicht klar, ob das Geschlecht der Befragten allein die Stellung zur Frauenquote beeinflusst. Aber es ist klar, dass die Einstellung zum Geschlecht den Standpunkt zur Frauenquote beeinflusst. Die Interviews zeigen, was die Umfrage nicht konnte: persönliche politische Ideologie ist sehr wichtig, wenn man sich eine Meinung über die Einstellungen zur Frauenquote bilden will.

Die persönliche politische Einstellung funktioniert als Rahmenkonzept, das man verwendet, um Geschlecht und die Frauenquote zu verstehen. Dieses Konzept bestimmt, wie man die Rolle der Frauen versteht und welche Gründe und Motive man anführt.

Die feministische Ideologie sieht Geschlecht als sehr wichtig und betont, dass Frauen unterrepräsentiert sind. Die Unterrepräsentation entsteht aus strukturellen und sozialen Gründen, die Frauen nicht kontrollieren können. Deswegen unterstützen Anhänger der feministischen Ideologie die Frauenquote. Für die liberale Ideologie ist das Geschlecht weder wichtig noch einflussreich. Stattdessen betont die Ideologie den freien Markt und die Leistungsgesellschaft, beides Qualitäten, die vom Geschlecht unabhängig sind. Anhänger dieser Ideologie lehnen die Frauenquote ab, weil sie glauben, dass sie die Leistungsgesellschaft verhindert. Die No-Gender Ideologie macht keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen und deswegen gibt es keine Unterrepräsentierung. Der Befragte, der diese Ideologie hat, will kein Gesetz, das geschlechtsspezifische Entscheidungen macht.

Das sind die drei Ideologien, die ich in den Interviews gefunden habe. Alle werden von den Befragten verwenden, um ihre Ansichten, die die Unterstützung oder Ablehnung bestimmen, zu begründen. Von der Forschung ist es klar, dass man immer persönliche politische Ideologie benutzt, um Entscheidungen über Politik zu machen. In diesem besonderen Fall, wo  es bei der Diskussion um eine Regelung oder Verordnung geht , die das Geschlecht einer Person betreffen, bestimmte die persönliche Ideologie und nicht das Geschlecht einer Person, ob eine Person so eine Verordnung ablehnt oder befürwortet.