Seuchenbekämpfung in Deutschland: Das Infektionsschutzgesetz

Das deutsche Gesundheitswesen basiert auf der Koordination zwischen örtlichen und städtischen Behörden, sowie zwischen den Behörden der Bundesländer und des Bundesstaates. Das dezentralisierte Gesundheitswesen stammt aus der Nachkriegszeit. Einer der größten Kritiken bei der Bewältigung des EHEC Ausbruchs in 2011 war der mangelhafte Austausch von Information zwischen den verschiedenen Behörden und Krankenhäusern. 1 Gesundheitsämter sind für die Sammlung von klinischen und epidemiologischen Informationen verantwortlich, wobei sie entscheiden müssen, ob ein Verdacht auf eine übertragbare Krankheit besteht. Wenn dies der Fall ist, meldet das betroffene Gesundheitsamt den Krankheitsfall den entsprechenden Landesbehörden und von dort geht die Meldung weiter an das Robert Koch Institut. Leider fehlte die Koordination zwischen den verschiedenen Behörden während des Ausbruchs im Jahr 2011, wie manche Kritiker berichteten. 2 Das Meldesystem für Infektionskrankheiten war auch eine Sorge, die erst nach dem Ausbruch ans Tageslicht kam. 3 Das Robert Koch Institut wurde am 19. Mai 2011 per Email informiert, dass es eine kleine Gruppe von pädiatrischen HUS Fällen in Hamburg gab. 4 Dem deutschen Gesetz zu Folge, muss der diagnostizierende Arzt einen Krankheitsfall innerhalb von 24 Stunden mit den Laborresultaten an das Gesundheitsamt weiterleiten. 5 Das Gesundheitsamt untersucht die Information und speichert sie elektronisch ab. 6 Innerhalb drei Tagen wird diese Information elektronisch an die Gesundheitslandesbehörde geschickt und danach innerhalb einer Woche an das Robert Koch Institut. Während des EHEC Ausbruchs im Jahr 2011 gab es Verzögerungen in diesem Meldeprozess.  Das folgende Schaubild aus RKI zeigt die Daten und den Informationsfluss von und zur RKI.7.

Daten und Informationsfluss vom und zum RKI während des Zeitraums der intensivierten Surveillance8